Frau Schnippenkoetter pilgert....
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Die Nacht in Roncesvalles war ungemütlich. Der Regen prasselte auf das Dach des Schlafcontainers (ja, leider war im Kloster selbst alles voll - so wurden die Notunterkünfte geöffnet). Im Container 8 Betten - 6 Männer und Eva und ich. Eva kommt aus Polen und lebt in Kanada - wir sprechen Englisch miteinander.

An Schlaf nicht zu denken - ohne Abendessen und total aufgeregt, hoffentlich geht am ersten Lauftag alles gut. WErde ich überhaupt den Weg finden? Hab noch gar kein Zeichen gesehen.

Um 3.00 Uhr in der Nacht geht das Licht an *kreisch* - was soll das? Die sechs Männer hüpfen fast zeitgleich aus ihren Betten, rumoren, Tür auf - Tür zu - raschel, raschel - anziehen, Schlafsack einrollen - Rucksack packen Tür auf - Tür zu............ RUMMS alle weg!

Eva und ich sind hellwach - ich versuche noch einmal einzuschlafen.

Hape hatte was von Nachtpilgern erzählt - das waren die ersten und einzigen (Gott sei Dank!) die ich auf meinem Weg getroffen habe!

Gegen 5.30 Uhr fragt Eva dann ob wir nicht langsam los wollen - an Schlaf war eh nicht mehr zu denken, also raus aus den Federn, im strömenden Regen rüber zum Sanitärcontainer - der ziemlich sauber und groß gehalten ist - wieder zurück - packen und los!

Hätte ich mal meine Stirnlampe mitgenommen! Trotzdem frinden wir den Weg, mein Poncho verdeckt zwar meinen Rucksack - aber so richtig gut ist er nicht. Naja.. jetzt ist es eh zu spät um zu jammern.

Wir packen unsere Handlampen aus, wenigstens etwas Licht!

"Buen Camino" irgendjemand hat uns überholt und das im stockdustern, mitten im Wald! Ich bin froh, dass ich nicht alleine bin!

Die erste große Pfütze gehört Eva - ich sehe erst jetzt im Schein der Taschenlampe, dass sie nur Turnschuhe trägt! Wie kann man nur! Ich habe schon so eine Vorahnung, dass sie das irgendwann auf dem Weg bereuen wird.

Jedenfalls hat sie nach nur einer halben Stunde die Füße komplett nass und ich hoffe sie hält durch!

Irgendwann kommen wir an einem Cafe vorbei - erstmal einen Cafe con leche und ein Croasan

Der Morgen graut - die Aussicht (wenn der Nebel und die Wolken es zulassen) ist gigantisch!

Die Pyrenäen - wunderschön -  ich frage mich seit 5.30 Uhr im Viertelstundentakt was zum Henker ich hier eigentlich mache! Laufe im strömenden Regen durch die Pyrenäen und versuche mein Gleichgewicht zu halten auf sehr, sehr rutschigem Lehmboden.

Der Abstieg ist schwer - ein Schritt - prüfen ob ich auftreten kann - wenn ja - Stöcke in den Boden rammen - der nächste Schritt - wieder prüfen usw. usw. usw. meine Knie fangen an zu murren... jetzt schon!

Irgendwann nach ca. 7,5 Stunden kommen wir in Zubiri an - Eva habe ich auf dem Weg hinter mir gelassen - so langsam kann ich nicht gehen. Es tut mir leid, sie war am Ende ihrer Kräfte und musste oft ausruhen, aber mir gehts auch nicht gut, will nur noch eine Dusche und ein Bett.

Die Herberge ist - naja - es gibt bessere - aber ich habe ein Bett und treffe Laura aus Kentucky, mit der ich zu Abend esse.

Immer noch frage ich mich, was ich hier eigentlich tue - leide ich an einem Anfall geistiger Umnachtung? Was soll mir das bringen durch Schlamm zu laufen und mich von meinen Schultern so quälen zu lassen. Nach dem ersten Tag mit dem Rucksack tun sie so weh, dass ich kaum glaube den nächsten Tag zu überstehen!

Nach dem obligatorischen Pilgermenu will ich nur noch ins Bett.

Tag 1 ist geschafft und eine Antwort auf meine Frage was ich hier mache habe ich nicht bekommen.... noch nicht....




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